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Auswirkungen von Corona auf das Handwerk – Katastrophe oder Chance?

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Auswirkungen von Corona auf das Handwerk – Katastrophe oder Chance?

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Mitten in der Corona-Zeit fällt es sicher nicht einfach, auch eine Chance in der aktuellen Situation zu sehen. Das Handwerk steht, wie auch andere Wirtschaftsbereiche, vor enormen Herausforderungen. Die wirklichen Auswirkungen sind überhaupt noch nicht abzusehen. Als wäre der Fachkräftemangel noch nicht genug, trifft uns jetzt ein Virus mit einer Energie, wie wir es wohl nie für möglich gehalten haben.

Sprechen wir erst von den berechtigten Ängsten und Gefahren der Situation, bevor wir auch die Chancen genauer betrachten.

Wie auch zuletzt in der Finanzkrise 2008, nur noch sehr viel intensiver, verhalten sich die Menschen, wie sie es bereits seit Urzeiten tun, wenn eine unbekannte Gefahr auf sie zukommt. Sie ziehen sich zurück und schalten den Absicherungsmodus ein. Da bei Corona die Gesundheit betroffen ist, geschieht die in allen Gesellschaftsschichten und sehr schnell.

Der Absicherungsmodus ist aber mit dem Gefühl der Angst und Unsicherheit eng verbunden. Ein Nachfrageschock ist die logische Konsequenz und hat wirtschaftlich weitreichende Folgen. Auf alle Dinge, die wir als Menschen zum Überleben nicht benötigen, wird vorsichtshalber erst einmal verzichtet. Geschieht dies nur regional oder für kurze Zeit, halten sich die Auswirkungen in Grenzen. Bei Corona ist dies anders. Hier ist die ganze Welt betroffen, die Dauer der Einschränkungen ist noch offen.

Je länger diese Situation andauert, umso mehr drängen sich Fragen in der Gesellschaft auf. Fragen wie:

  • Was passiert eigentlich mit meinem Arbeitsplatz?
  • Was passiert eigentlich mit meinem Arbeitsplatz?
  • Wird mein Arbeitgeber dies überleben?
  • Wie werden sich die enormen Finanzspritzen des Staates auf die späteren Preise und Lebenshaltungskosten auswirken?
  • Habe ich noch genug Geld, um meine Haus- und Wohnungskosten zu finanzieren?

Antworten auf diese Fragen kann aktuell niemand geben. Sie beschäftigen jedoch jeden von uns.

Als gesichert darf aber angesehen werden, dass Corona in jedem Fall tiefere Spuren hinterlassen wird. Wirtschaftlich wird das Handwerk nicht in jedem Bereich gleich betroffen sein. Die Nachfrage für Leistungen, die eine Notwendigkeit darstellen, wird auch weiterhin bestehen. Eine defekte Heizung ist und bleibt etwas, das repariert werden muss. Ob die neue geplante Heizung oder die zusätzliche Photovoltaikanlage aber umgesetzt wird, hängt auch von anderen Dingen ab.

So wird es in einigen Bereichen des Handwerks sehr wahrscheinlich eintreffen. Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird, das zeigt die Lebenserfahrung.

Aber es wäre leichtsinnig, wenn man sich mit solchen möglichen Szenarien nicht etwas beschäftigt – im Sinne der Existenzfrage.

Im Denken und Verhalten der Verbraucher wäre es nicht überraschend, wenn sich ein angepasstes Bewusstsein einstellt. Schließlich erleben wir aktuell eine Situation, in der uns allen vor Augen geführt wird, dass wir Menschen doch nicht alles in der Hand haben. Dass man schneller eingeschränkt ist, als man je befürchtet hätte und dass sicher geglaubte Lebensumstände auf einmal auf der Kippe stehen.

Die Zukunft des Handwerks: Qualität statt Quantität?

Es wäre nicht überraschend, wenn sich daraus ein angepasstes Konsumverhalten ergibt. Dass der Verbraucher nicht mehr so sehr in Quantität denkt, sondern eher in Qualität. Dass nicht mehr die Frage nach dem „immer mehr“ dominiert, sondern zumindest merklich die Frage nach dem „was habe ich davon – bringt es mir auch etwas?“ eine höhere Bedeutung bekommt.

Brauche ich jetzt wirklich den Wintergarten auf der Terrasse, oder reicht mir auch eine Markise für den Zweck? Die Frage nach der empfundenen Lebensqualität kann eine noch deutlich tiefere Bedeutung für das Konsumentenverhalten bekommen, wie wir es aus der Vergangenheit kennen.

Der Verbraucher möchte als Mensch noch deutlicher wissen, was er erhält, was es ihm bringt und mit wem er zusammenarbeitet.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn die Nähe zum Handwerksunternehmen eine gewisse Renaissance erfährt.

Die einschneidenden Erfahrungen, die wir aktuell alle machen, werden in den Köpfen hängen bleiben. Weniger die Frage, ob es uns auf irgendeine Art und Weise wieder ähnlich trifft steht im Raum, als vielmehr die Frage „wann kann es wieder passieren?“. Bis dahin haben wir viel gelernt und werden nicht mehr so überrascht sein. Aber es wird zukünftig einen Teil unserer Entscheidungen maßgeblich beeinflussen.

Das sind die Chancen für das Handwerk.

Wie jede Krise ist auch Corona ein gewisser Abschnitt der Vergangenheit und die Gelegenheit nach einem Neuanfang. Der Neuanfang betrifft hier weniger unsere Produktion oder unsere grundsätzliche handwerkliche Leistung.

Der Neuanfang betrifft jedoch sehr die Kommunikation und den Umgang mit unseren Kunden. Da ich neben meiner beratenden Tätigkeit für automatisiertes Marketing im Handwerk auch noch aktiv die Anbindung zu meinem Handwerksunternehmen habe, formuliere ich ganz bewusst nachfolgend die Chancen in der Ich-Form.

Ich lade Sie ein sich über die einzelnen Chancen ein paar Gedanken zu machen und die für Sie passenden Ableitungen zu treffen.

Die nachfolgenden Chancen sind nicht alle neu, sie bekommen jedoch eine andere Gewichtung.

Chance 1 – Der Kunde als Mensch

Handwerk und Lebensqualität passen ideal zusammen. Ich stelle mir noch intensiver die Frage, welche Produkte ich anbiete und vor allem:

WARUM? – WAS HAT DER KUNDE DAVON?

Im Normalfall kann ich das sehr gut beantworten, denn ich habe ja schon ausreichend viele Kundengespräche hinter mir. Ich weiß, was der Kunde will und braucht. Vielleicht muss ich mir nur etwas besser klar darüber werden, wie ich das zukünftig besser ins Gespräch bringe.

Es nur zu wissen reicht nicht. Ich sollte es auch mit dem Kunden besprechen. Es geht um seine Lebensqualität – das ist der größte Nutzen, welchen ich dem Kunden bieten kann. Gleichgültig, ob es der Endverbraucher ist oder der gewerbliche Kunde.

Chance 2 – Meine Produkte – meine Angebotsleistungen

Habe ich etwas Klarheit über die Resultate aus „Chance 1“, stelle ich mir durchaus auch die Frage, ob ich wirklich alle bisherigen Leistungen weiter anbieten möchte. Braucht es die alle oder welche füllen lediglich den Bauchladen und helfen mir in meinem Unternehmen nicht wirklich? Ich habe den Mut auch zum einen oder anderen Produkt NEIN zu sagen. Ich lebe nach dem Motto „weniger ist mehr“ und konzentriere mich auf die richtigen Leistungen.

Chance 3 – Meine Kommunikation mit dem Kunden

Hier versteckt sich das mit Abstand größte Potenzial für den Handwerker. Am Ende des Tages stelle ich so oft fest, dass nicht ich den Tag unter Kontrolle hatte, vielmehr hatte der Tag mich unter Kontrolle. Es ist bei aller Planung bedauerlicherweise schnell die Gewohnheit: Ich bin zu sehr gefangen im Alltag und zu weit weg vom Kunden und seinen Erwartungen.

Bereits vor Corona war dies ein sehr heikles Thema. Zukünftig wird es eine große Auswirkung auf die Existenzfrage haben.

Das Handwerk wollte von der Digitalisierung nicht viel wissen und reduzierte die Begrifflichkeit auf die Produktionsprozesse und Büroabläufe. Sehr vernachlässigt wurde dabei, dass wir alle, Sie und ich, uns als Verbraucher längst an Dinge gewöhnt haben, die wir alle nicht mehr missen möchten. Wir bestellen online, buchen online, informieren uns online.

Unsere Gewohnheiten als Konsumenten sind bereits sehr von den Vorteilen der Digitalisierung geprägt. Nur als Handwerksunternehmer haben wir sehr traditionell die Meinung vertreten, dass auch in unserem Unternehmen eine Anpassung nicht notwendig sei. Jetzt, mit Corona, bekommen wir alle vor Augen gehalten, dass die Welt um ein Vielfaches schlechter dran wäre, gäbe es die sinnvolle Digitalisierung nicht. Home-Office, Skype Gespräche im Messenger, Sprachnachrichten und vielen andere Möglichkeiten wurden von heute auf Morgen zur Selbstverständlichkeit.

Es zeigt uns nicht nur, dass Digitalisierung unter Menschen funktioniert, sondern auch, dass die Digitalisierung – richtig angewendet – viel besser ist als ihr Ruf. Und wer glaubt, dass sich dies wieder zurückentwickeln wird, täuscht sich gewaltig.

Eine gute Kundenkommunikation und Beratung ohne Digitalisierung werden, in Zukunft kaum noch möglich sein. Der Kunde erwartet dies und ich als Handwerksunternehmer brauche es, um den Erwartungen gerecht zu werden und um meinen Arbeitstag planen zu können.

Chance 4 – Die Vorteile zweckmäßiger Digitalisierung anwenden

Um eine gute Kommunikation und Beratung aufzubauen, verwende ich intensiv die modernen Hilfsmittel der Digitalisierung. Neben einer zweckführenden Skype-Beratung oder der Besprechung am Telefon, nach der Zustellung von Fotos, die ich vom Kunden erhalten habe, verwende ich intensiv die Möglichkeiten von automatisiertem Marketing. Automatische Prozesse, welche ich einmal eingestellt habe, übernehmen eine großen Teil meiner Standardaufgaben ganz automatisch.

Sie verschaffen mir viel Zeit, sparen viel Geld, helfen mir bei der Beratung, reduzieren stark die Beratungszeiten mit dem Kunden und lassen mich vor allem mit dem Kunden ganz persönlich über die Dinge sprechen, die uns beiden etwas bringen, und vor allem schätzen meine Kunden dies alles sehr.

Automatisiertes Marketing löst eine Vielzahl der alten Probleme und ist wie geschaffen, um die Chancen sehr gewinnbringend und existenzsichernd einzusetzen. Auch die Dialoge bei der Mitarbeitersuche, bei der Neukundengewinnung und der Kundenbetreuung werden damit ideal bedient.

Fazit – den Kopf wegen Corona in den Sand stecken? Dafür gibt es keinen Grund.

Aber wir können einiges daraus lernen und uns als Unternehmer auf die Zeit danach einstellen. Wir dürfen den Mut haben alte Gewohnheiten zu hinterfragen und mit unseren Kunden einen Umgang zu pflegen, welcher auf die neuen Gegebenheiten angepasst ist. Tiefgreifende Ereignisse trennen immer die Spreu vom Weizen. Dies wird bis zu einem bestimmten Punkt auch dieses Mal so sein.

Das interessante dabei ist, dass wir im Handwerk ohnehin auf diese Situation zugesteuert sind uns anpassen zu müssen. Jetzt erfolgt dies alles nur deutlich schneller und intensiver.

Das Gute dabei ist zudem, dass diese Anpassungen sehr modular und in beliebigen Schritten vorgenommen werden können und nicht mit enormen Kosten verbunden sind. Vielmehr ist die Bereitschaft bei jedem Handwerksunternehmer gefragt sich mit diesen Punkten auseinanderzusetzen und den ersten Schritt zu tun.

Ich wünsche Ihnen dabei alles Gute und bin mir sicher, dass sehr viele Unternehmerinnen und Unternehmer gestärkt aus der Situation herauskommen. Ist diese Strukturanpassung einmal vorgenommen, sind wir auch als Handwerker sehr viel näher an unseren Kunden und entsprechend unempfindlicher bei eventuell zukünftig auftretenden Krisen.

Ich möchte Sie gerne einladen auch meine anderen Blogbeiträge zu lesen. Sollten Sie Fragen haben, schreiben Sie mir einfach eine kurze Mail.

Mit lieben Grüßen,

Josef Anton

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